Arbeitskreis zur Neuorganisation des ÖPNV am Neumarkt diskutiert zukünftige Linienführung der Busse

Wie es mit dem ÖPNV auf dem Neumarkt weitergeht, wird intensiv diskutiert. Foto: Stadtwerke Osnabrück

Wie soll der Busverkehr am Neumarkt künftig aussehen? Mit dieser Frage befasste sich der Arbeitskreis „Neuorganisation des ÖPNV in der Osnabrücker Innenstadt“ jetzt in seiner ersten Sitzung. Vorgestellt wurden erste Ansätze, die in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden sollen. Der Arbeitskreis geht zurück auf den Beschluss des Rates der Stadt Osnabrück. Er hatte im September 2017 die Verwaltung damit beauftragt, Möglichkeiten für die Reduzierung oder Vermeidung von Busverkehr am Neumarkt untersuchen zu lassen. Als Ergebnis nach zwei weiteren Treffen soll ein Gutachten stehen, das dem Rat der Stadt als Entscheidungshilfe für den letzten Abschnitt der Neumarkt-Umgestaltung dient.

„Wir überprüfen, ob der ÖPNV auf dem Neumarkt so verbleiben muss oder ob es eine andere Lösung gibt“, sagte Stadtbaurat Frank Otte zu Beginn des Treffens. Dazu eingeladen waren nicht nur Vertreter der Ratsfraktionen, sondern auch Vertreter der PlaNOS, der Umwelt- und Verkehrsverbände, der Wirtschaft, des Fahrgastbeirats und weiterer Interessenverbände. Ihre unterschiedlichen Perspektiven, Bedürfnisse und Anforderungen sollen bei der Ausgestaltung des Platzes und der Busführung durch die Stadt berücksichtigt werden.

Sieben Ansätze der Linienführung stellte Mathias Schmechtig vor. Den Inhaber von NahverkehrsConsult aus Kassel hat die Verwaltung mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie beauftragt. Eine letzte Variante ließ Schmechtig offen, um zu verdeutlichen, dass durch die Diskussion im Arbeitskreis auch weitere Linienführungen möglich sind.

Bei der künftigen Gestaltung des Busverkehrs müssen verschiedene Gegebenheiten berücksichtigt werden, legte Schmechtig dar. So sollte der Einzugsbereich der einzelnen Haltestellen nicht mehr als 300 Meter betragen, um Fußgängern eine Erreichbarkeit zu gewährleisten. „Für Senioren mit Rollator beispielsweise können 300 Meter schon sehr weit sein“, sagte Mathias Schmechtig. Ein weiterer Aspekt ist die Reisedauer durch die Stadt, die sich bei einigen Ansätzen erhöhen würde – und manchen von der Nutzung der Busse abhalten könnte, so Schmechtig. Das Besondere an der Osnabrücker Situation sei, dass sich zum einen der Bahnhof außerhalb des Zentrums befindet: „Er liegt im Schatten aller städtebaulichen Strukturen“, sagte Frank Otte. Zum anderen seien die Parkhäuser im Kernbereich der Innenstadt gebaut worden.

Vor diesem Hintergrund bedürfe es einer besonderen Planung, damit das Fahren mit dem ÖPNV attraktiv bleibe und nicht hinter dem Komfort für Autofahrer zurückstehe. Bei der Nennung von Zahlen zur Nutzung einzelner Haltestellen wurde zudem deutlich, dass der Neumarkt ein zentraler Anlaufpunkt ist. Zählungen haben ergeben, dass hier täglich 43.000 Fahrgäste ein-, aus- oder umsteigen. Der nächste größere Anlaufpunkt ist der Hauptbahnhof mit 8.000 Fahrgästen.

Wie groß die Spannbreite der Anforderungen an die Gestaltung des Neumarktes ist, wurde deutlich, als Moderator Jens Stachowitz die Teilnehmer zu Beginn aufforderte, Stichpunkte zu sammeln, die ihnen wichtig sind. Während sich bei manchen Punkten schnell ein Konsens ausmachen ließ – beispielsweise mehr Aufenthaltsqualität auf dem Neumarkt zu gewinnen – gingen die Vorstellungen darüber, wie der Busverkehr gestaltet werden soll, zum Teil auseinander. So wünschten sich manche Teilnehmer, den Busverkehr komplett vom Neumarkt zu lösen, andere erwarten eine höhere Verdichtung des ÖPNV auf dem Platz, die der Neumarkt aufnehmen und verkraften können muss.

Diese Punkte sollen in den beiden weiteren Sitzungen des Arbeitskreises diskutiert werden, um in die Machbarkeitsstudie einzufließen. Dieses Gutachten soll, wie Heike Stumberg, Leiterin des Fachdienstes Verkehrsplanung, erläuterte, bis Ende Oktober dieses Jahres stehen.

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